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Einkommensteuer: Aufwendungen für die Beseitigung von Hausschwamm abzugsfähig

2010-11-04 14:26

Einkommensteuer: Aufwendungen für die Beseitigung von Hausschwamm abzugsfähig Das FG Niedersachen hat entschieden, dass Aufwendungen für die Beseitigung von Hausschwamm als außergewöhnliche Belastungen abzugsfähig sein können. Nach § 33 Abs. 1 EStG wird die Einkommensteuer auf Antrag ermäßigt, wenn einem Steuerpflichtigen zwangsläufig größere Aufwendungen als der überwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen gleicher Einkommensverhältnisse, gleicher Vermögensverhältnisse und gleichen Familienstandes erwachsen (außergewöhnliche Belastung). Aufwendungen für das Wohnen im eigenen Haus sind steuerrechtlich grundsätzlich irrelevant. Dies schließt jedoch nicht ausnahmslos die Berücksichtigung von Schäden am eigenen Haus oder an der eigenen Wohnung als außergewöhnliche Belastung aus. Das außergewöhnliche Schadensereignis muss bei wertender Betrachtungsweise jedoch mit einer Naturkatastrophe (z.B. Hochwasser oder Unwetter) oder einer "privaten" Katastrophe (z.B. Wohnungsbrand oder rückgestautes Wasser aus dem gemeindlichen Hauptsammler) vergleichbar sein. Die Rechtsprechung lehnt es regelmäßig ab, Aufwendungen für die Beseitigung von herkömmlichen Baumängeln als außergewöhnliche Belastungen anzuerkennen, weil derartige Schäden ihrer Art und dem Grunde nach nicht "außergewöhnlich" sind. Bei Naturkatastrophen und katastrophenähnlichen Ereignissen bejaht sie dagegen die "Außergewöhnlichkeit", weil solche Aufwendungen der überwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen nicht erwachsen. Nach Auffassung des Senats stellt der Befall einer Wohnung mit Echtem Hausschwamm eine private Katastrophe dar, die eher mit einem Wohnungsbrand oder mit rückgestautem Wasser vergleichbar ist, als mit herkömmlichen Baumängeln. Baumängel haben ihre Ursache in den menschlichen Unzulänglichkeiten. Sie stellen ein latent vorhandenes Risiko bei jedem bewohnten Gebäude dar. Es handelt sich bei Baumängeln um immer wiederkehrende Vorgänge der allgemeinen Lebensführung, die es noch nicht rechtfertigen, die entstehenden Aufwendungen als außergewöhnliche Belastungen zu behandeln. Der Befall einer Wohnung mit Echtem Hausschwamm stellt dagegen nach allgemeiner Wahrnehmung einen besonderen Schicksalsschlag dar, der nicht von der allgemeinen Lebensführung erfasst wird.

 

Quelle: Mitgliederinfo des IVD vom 04.11.10

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