Neues von der PIMG

Neuigkeiten zur Rauchwarnmelderpflicht

2017-06-19 07:12

"Wussten Sie schon…


 …dass bei Rauchmeldern Detailkenntnis entscheidend ist? So sollte man beispielsweise wissen, dass die weithin bekannte CE-Kennzeichnung bei Rauchmeldern kein Qualitätsmerkmal ist. Seit 2008 dürfen nämlich ohnehin nur noch Rauchmelder verkauft werden, die nach EN 14604 geprüft und entsprechend mit CE-Kennzeichnung inklusive der Zertifikatsnummer und der Angabe „EN 14604“ versehen sind.

Wer auf Qualität wert legt, sollte sich nach Rauchmeldern mit „Q“-Label umsehen. Das „Q“ erhalten nur Rauchmelder, die aufgrund ihrer erhöhten Stabilität sowie einer fest eingebauten 10-Jahresbatterie über besondere Langlebigkeit und Zuverlässigkeit verfügen. Voraussetzung für das „Q“-Label ist eine Prüfung mit erhöhten Anforderungen nach der vfdb-Richtlinie 14-01.

Auch in der Ausstattung gibt es Unterschiede. Gute Rauchmelder verfügen über intelligente Verfahren zum Selbsttest und zur Kompensation von allmählicher Verschmutzung (bspw. durch Staub). Im Selbsttest wird mittels einer Verschmutzungsprognose, die sich am bisherigen Verschmutzungsverlauf orientiert, festgestellt, ob der Rauchmelder die nächsten 15 Monate weiterhin voll funktionsfähig sein wird. Bei der Verschmutzungskompensation wird die Rauchkammer des Rauchmelders kontinuierlich auf Verschmutzung überprüft. Nimmt der Schmutzpartikelanteil in der Messkammer (= Rauchkammer) zu, wird die Alarmschwelle automatisch angepasst, sodass die Empfindlichkeit konstant bleibt. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit von Fehlalarmen wirksam reduziert.

Den gravierendsten Unterschied gibt es bei der Inspektion. Normative Grundlage hierfür ist die DIN 14676. Sie gibt detailliert vor, was zu prüfen ist, stellt es jedoch den Verantwortlichen frei, wie sie das tun. Auf dieser Basis haben sich zwei Verfahren etabliert.

Bei der Vor-Ort-Inspektion nimmt der Prüfer jedes Gerät persönlich in Augenschein. Technisch ist eine Vor-Ort-Prüfung einfach zu realisieren, die Herausforderung liegt in der Koordination. Es muss sichergestellt werden, dass der Prüfer Zugang zu allen Wohnungen erhält. Ähnlich, wie bei der Heizungsablesung werden dafür bis zu zwei Sammeltermine angeboten. Wohnungsnutzer, die keinen davon wahrnehmen können, erhalten einen kostenpflichtigen Individualtermin. Bei Wohnungsnutzern, die den Zugang zu ihrer Wohnung nicht ermöglichen, muss der Verwalter diesen gegebenenfalls einklagen.

Die Ferninspektion vermeidet dieses Problem. Fernprüfbare Geräte melden ihren Status selbsttätig an einen Datensammler im Hausflur. Der Prüfer liest lediglich den Datensammler aus und erhält so die Werte aller Rauchmelder. Dieses Verfahren ist besonders dann empfehlenswert, wenn auch die Zähler für Wasser- und Wärmeverbrauch mittels Funk abgelesen werden.

Wichtiges Merkmal „Abstandskontrolle“: Für eine Fernprüfung, die alle Anforderungen der DIN 14676 erfüllt, ist es erforderlich, dass der Rauchmelder nicht nur sich selbst, sondern auch seine Umgebung prüft. Die Norm schreibt nämlich vor, dass „die Umgebung von 0,5 m um den Rauchwarnmelder frei von Hindernissen ist.“ Nicht alle fernprüfbaren Rauchmelder sind hierzu in der Lage.

Wichtiger Tipp „Optimalausstattung“: Bleibt noch die Problematik mit der Nutzungsänderung. In den meisten Bundesländern müssen Wohn- und Arbeitszimmer nicht mit Rauchmeldern ausgestattet werden. Wird aber beispielsweise ein Arbeitszimmer später zu einem Schlaf- oder Kinderzimmer umfunktioniert, würde dort ein Rauchmelder fehlen. Diese Situation vermeidet man mit der sogenannten Optimalausstattung, die von vornherein sämtliche Räume (mit Ausnahme von Küche, Bad, WC und Abstellraum) mit Rauchmeldern versieht."

 

 

Quelle: Email der vdiv Service GmbH, Verband der Immobilienverwalter Bayern e.V. "Wussten Sie schon? Thema: Funkrauchwarnmelder - 05/2017" vom Montag, 19. Juni 2017 07:02

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